F wie Fragebogen

5. März 2020 // Tina Hentschel

Tina Hentschel Tina Hentschel

Engagierte Lausitzerinnen stellen sich bei „F wie Kraft“ vor. Dieses Mal ist es…

Wie heißt du?

Tina Hentschel

Zweiter Vorname?

Den haben mir meine Eltern scheinbar noch nicht verraten.

Was fällt dir leichter: Ankommen oder Aufbrechen?

Aufbrechen ohne Anzukommen! Ich habe einen wahnsinnigen Gestaltungsdrang in mir, unsere Heimat voranzubringen und für unsere Kinder und Enkel (Oh, klingt das alt!) für die Zukunft auf feste Beine zu stellen. Immer wieder Aufbrechen also, Neues wagen, über Grenzen gehen und denken, ohne aber Anzukommen und sich auszuruhen, bequem einzurichten oder gar stehen zu bleiben. Wir leben in einer spannenden Zeit, da braucht es unseren weiblich feinfühligen und taktvoll mutigen Blick.

Wovon lebst du?

Vor allem von der Liebe und Zuneigung mir nahe stehender Menschen und einem tiefen christlichen Glauben an das Gute im Menschen. Das ist für mich auch beruflich, u. a. bei Gericht als „Anwältin für Kinder“ eine Basis, auf der ich versuche für die Kleinsten etwas zu bewirken. Um die Probleme der Menschen zu verstehen und auch Schwächen zu akzeptieren sowie positiv in Stärken umwandeln zu können, brauche ich diese Gewissheit, an die Liebe zu glauben – in so vielen verschiedenen Ausprägungen.

F wie Frau, L wie …?

Leidenschaft – als Ehefrau, Freundin, Geliebte, Weltentdeckerin, Familienmanagerin, Mutter mit großem Herz und starken Nerven, Berufstätige, Vordenkerin.

Was findet man in deiner Tasche?

Pssssst, großes Frauengeheimnis! Wir können doch der Männerwelt nicht die Tiefen unserer (Taschen)-Seele offenbaren. Aber so viel will verraten sein: fast alles, was Frau, Berufstätige und Mutter braucht.

Wie lebst du in zehn Jahren?

Da habe ich hoffentlich noch genauso viel Leidenschaft, Dinge anzupacken und den Mut, unbequem ehrlich und direkt zu sein. Mit der heute großen Hoffnung, dass unsere Kinder dann meinen, wir haben zumindest einiges in ihrem Leben richtig gemacht und auf einen guten Weg gebracht. Mit diesem Anspruch an mich selbst stehe ich jeden Morgen auf und meistere jeden sonnigen oder noch so wolkigen Tag.

Hast du einen Plan B?

Davonlaufen? Eingraben? Auswandern? Nein, im Ernst: es werden sich immer auch neue Türen öffnen, wenn sich bei bestimmten Plänen, die wir uns ausgemalt haben, eine Tür vielleicht schließt. Ich habe den festen Glauben, dass wir den großen ganzen Plan unseres Lebens sowieso nicht verstehen werden. Es ist aber beruhigend, dass es diesen bestimmt in irgendeiner Schublade dort oben gibt. Auch in Tiefen des Lebens vertraue ich darauf, an diesen zu wachsen, mit Kraft und neuer Erfahrung etwas Positives  rausziehen zu können. Das ist im ersten Moment des Scheiterns nicht immer schmerzfrei, aber wohl ganz einfach Teil unseres Lebens. Und Pläne B, C bis Z finde ich eigentlich noch viel spannender. Was da wohl alles noch auf mich zukommt …

Welches Buch liegt neben deinem Bett?

Ich habe unlängst eine Studie zum Thema Gehirnforschung gelesen. Demnach können wir uns selbst positiver „programmieren“, wenn wir jeden Tag 10 Dinge aufschreiben, für die wir dankbar sind, die uns gut gelungen sind und Freude bereiten würden. Daher liegt mein Positiv-Buch direkt griffbereit neben meinem Bett.

Wo fühlst du dich am lebendigsten?

Das sind so manch kleine Dinge unseres Lebens: mit dem Tretboot raus mitten auf den See fahren und ins kühle Nass rutschen, im Regen tanzen, laut singend durchs Haus wirbeln, mit Freundinnen den kalorienreichsten, aber leckersten Schokokuchen genießen, auf hohen Dächern die Weite unserer Heimat und manche Ferne bestaunen, ins kalte Gebirgswasser springen, auf dem Barfußweg jeden Zentimeter meiner Füße spüren, in die Sterne schauen und träumen, Schaumtürme in der Badewanne bauen, auf High Heels über unwegsame Pflastersteine das Leben jonglieren und in Herausforderungen stürzen, die andere für unmöglich erklären.

Wovon hast du zuletzt geträumt?

Vom Alltag eines kleinen Jungen, den ich beruflich begleiten durfte. Solche Träume, Dinge die uns nah gehen, machen uns letztlich in sozialen Berufen erst menschlich und lebendig. Andere Schicksale bewegen uns, wir nehmen Anteil an diesen und helfen mit großem Herz. Davon gibt es beeindruckend viele Menschen, die im Kleinen jeden Tag die Welt etwas reicher machen.

Tina Hentschel – Büro für Familienrecht und Mediation – Kids 1st Mediator

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