Jetzt verfügbar: „Frauen als Wirtschaftsfaktor für die Lausitz“

10. Juli 2020 // Pauline Voigt / Marie Melzer

Endlich ist es so weit: Unser Statuspapier „Frauen als Wirtschaftsfaktor für die Lausitz – Perspektiven von Frauen auf den Strukturwandel in der Lausitz“ ist jetzt veröffentlicht.

F wie Kraft beschäftigt sich seit 2016 mit weiblichen Gestaltungspotentialen in der Lausitz und fördert den beachtlichen Wissensschatz der Lausitzer Frauen zutage. Deutlich sichtbar wurde dabei immer wieder der Wunsch von Frauen, in der Region zu bleiben. Frauen sind die soziale Gruppe in der Lausitz, die alle Bereiche regionaler Entwicklung thematisieren und sie nicht nach „Ressorts“ voneinander abkoppeln. Sie machen Schnittstellen sichtbar, die für die Entwicklung der Lebens-und Arbeitsqualität dieser Region nützlich sind. Fragt man die Frauen in der Lausitz, so finden sich zahllose Beispiele für Ideen, Initiativen und Zukunftsperspektiven, die sie in der Lausitz angehen und thematisieren. Frauen in der Lausitz gehen mit gutem Beispiel voran und versuchen, dem drohenden „Verfall der Region“ und der damit einhergehenden Melancholie, Resignation und Ratlosigkeit etwas Kreatives und Sinnstiftendes entgegenzusetzen.

Die Lausitz befindet sich seit Jahrzehnten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Dieser umfasst alle gesellschaftlichen Bereiche von der Wirtschaft, den Siedlungs-und Sozialstrukturen über die Verwaltung und Politik bis zu den Kulturen und Identitäten der Bewohner*innen. Dabei steht die Lausitz ohnehin schon vor erheblichen Problemen, bspw. die hohe Abwanderungsrate gut ausgebildeter Frauen. Ursachen für diese Problematik sind u. a. in der vorherrschenden industriellen Wirtschaftsstruktur zu finden. Diese spiegelt sich auch in den aktuellen Debatten zum Strukturwandel in der Lausitz wieder, welche sich vor allem auf den Wegfall und Ersatz von Jobs in vorrangig männerdominierte Berufsfelder und Arbeitsmarktsektoren. Die Diskussion zum Strukturwandel konzentriert sich auf industrienahe Themen und vernachlässigt Forschungs-und Entwicklungsfragen, die das breite Spektrum regionaler Bedarfe und Möglichkeiten adressieren. Wir begreifen den Strukturwandel vielmehr als Chance, nicht nur neue Perspektiven für die Beschäftigten im Braunkohle-Sektor zu entwickeln, sondern auch den multidimensionalen, wirtschaftlich-sozialen und infrastrukturellen Problemen zu begegnen, vor welchen die Lausitz steht.

Gemeinsam mit den Frauen in der Lausitz wollen wir die wirtschaftlichen, soziogeographischen und soziodemographischen Verschiebungen und weitgreifenden gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen mit nachhaltiger und geschlechtersensibler Perspektive gestalten. Zugespitzt resümieren wir: Die Krise der industriellen Männerberufe und der (geschlechterunsymmetrischen) Abwanderung und die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft können nicht allein von Männern gelöst werden. Es mangelt an Aufmerksamkeit für (traditionell) weibliche Themen-und Tätigkeitsfelder, wie der Pflegebranche, dem Kultur-und Bildungssektor sowie auf zivilgesellschaftliche, regionalspezifische und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Themenfelder. F wie Kraft möchte Mut machen, Aktivitäten von Frauen aufzuspüren, zu unterstützen und ihnen Verantwortung im Strukturwandel zu übertragen.

Macht Euch dieser Auszug Lust, mehr zu unseren Erfahrungen, Thesen und Empfehlungen zu lesen?

Unser Statuspapier ist jetzt online verfügbar: Zusammen mit vielen weiteren spannenden Studien, Projektskizzen und Broschüren auf den Seiten der Zukunftswerkstatt Lausitz oder direkt zum Downloaden.

Habt ihr Fragen zum Papier? Möchtet ihr mit uns darüber diskutieren? Habt ihr Lust, Euch gemeinsam mit uns für mehr Frauenpower im Strukturwandel einzusetzen? Dann schreibt uns an redaktion@fwiekraft.de! Wir freuen uns auf Eure Ideen und Perspektiven!